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Employer Branding Das Image eines begehrten Arbeitgebers |
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Noch nicht allen Fachkräften der Personalwirtschaft und erst recht nicht allen Geschäftsführern ist "Employer Branding" ein Begriff. Knapp über die Hälfte der befragten Verantwortlichen von Unternehmen im Main-Tauber-Kreis, so ergab nun eine Studie, können mit dem Begriff nichts anfangen. "Employer Branding" ist eine Art Arbeitgebermarkenbildung, ein unternehmensstrategischer Prozess also, bei dem Konzepte aus dem Marketing und insbesondere der Markenbildung angewandt werden. Das Unter-
nehmen wird dabei als attraktiver Arbeitgeber dargestellt und so gegenüber Wettbewerbern positiv positioniert. Das Ergebnis ist die so genannte Arbeitgebermarke (Employer Brand), ein vom Unternehmen gezielt gestaltetes Image, um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden. Die Firma erhält so in den Augen eines Bewerbers ein unverwechselbares, glaubwürdiges und emotional ansprechendes Bild. Genau um dieses Thema ging es bei einem Workshop am 23. November des vergangenen Jahres. Geklärt werden sollte unter anderem die Frage, wie Firmen beispielsweise im Main-Tauber-Kreis schneller und kostengünstiger auf Personalengpässe und Veränderungen am Arbeitsmarkt reagieren können? "Wir haben das Ziel, den Main-Tauber-Kreis als attraktiven Wirtschaftsstandort bundesweit zu positionieren. Ein Mittel dazu ist eine positiv besetzte Arbeitgebermarke", erinnert Ralf Lauterwasser, der Geschäftsführer der wmt, nochmals an das Grundsätzliche. Im Mittelpunkt des Workshops stand der Vortrag von Prof. Dr. Joachim Link, der selber im Marketing-, Produkt- und Kundenmanagement tätig ist. Er stellte die Ergebnisse einer Studie vor, die im Sommersemester von Simone Bürgel und Kristin Bayer erhoben wurde. Beide sind Studentinnen der Hochschule Heilbronn, Campus Künzelsau – Reinhold Würth-Hochschule und belegen den Studiengang Betriebswirtschaft. Befragt wurden dabei gewerbliche Unternehmen aus dem Main-Tauber-Kreis, die mehr als 100 Mitarbeiter beschäftigen. So konnten die Macher der Studie 49 Firmen ermitteln, die diese Bedingung erfüllten. Von diesen wiederum haben die Hälfte den von Bürgel und Bayer entwickelten Fragebogen ausgefüllt. Darunter befanden sich sechs Firmen aus dem Maschinenbau und vier aus dem Bereich Elektronik. Die Einzelergebnisse der Studie lassen aufhorchen. Nicht verwunderlich ist zunächst einmal, dass die meisten Unternehmen vermuten, der zukünftige Personalbedarf liege bei Fachkräften mit Berufserfahrung. Zu offensichtlich ist der Facharbeitermangel in Deutschland. Die meist genutzte Strategie der Unternehmen, diesem Mangel entgegen zu wirken, ist zurzeit jedoch nicht das "Employer Branding", sondern die innerbetriebliche Aus- und Weiterbildung. Um entsprechende Mitarbeiter von außen
zu rekrutieren, nutzen 80 Prozent der Personalchefs den Stellenmarkt in den Printmedien, aber immerhin schon die Hälfte Online-Jobbörsen. Um die einmal gewonnenen Mitarbeiter auch zu halten, bieten sechs von zehn Unternehmen den Menschen vor allem flexible Arbeitszeiten an. Der meistgenannte Grund für die Nichtbesetzung einer freien Stelle ist hingegen ein Alarmzeichen für den Aus- und Weiterbildungsmarkt: Ein Arbeitsvertragsabschluss scheitert schlichtweg an der mangelnden Qualifikation. Wenn man Unternehmer fragt, in welchen Punkten sie meinen, einzigartig zu sein und sich so gegen den Mitbewerber absetzen würden, nannten mit Abstand die meisten die eigene Unternehmenskultur und das gute Betriebsklima. Wenig schmeichelhaft für den ländlichen Raum ist die Antwort der Firmen, wenn sie Gründe nennen sollen, warum sie den Kampf um die besten Talente verlieren. Die Tatsache, dass sie sich in einem solchen Raum befinden, sehen viele als Nachteil an. Ein Punkt also, bei dem noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten ist. Dennoch ist der Main-Tauber-Kreis mit seiner breitgefächerten Branchenstruktur ein attraktiver Standort. Immerhin sagen sieben von zehn befragten Unternehmen, dass sie weiter Interesse an einem Informationsaustausch zum Thema "Employer Branding" haben, vor allem in Form weiterer Veranstaltungen, eines Newsletters und gegebenenfalls auch mit gemeinsamen Projekten. Wirtschaftsförderung Main-Tauber GmbH Gefördert durch |


